Donnerstag, 31. Mai 2007

Inselhopping

Insel-hopping
Die folgenden vier inseln unserer reiseroute haben eigentlich nur eines gemeinsam: ein ko in ihrem namen. Sie sind damit zwar ko-existent, aber prinzipiell doch sehr verschieden:







Ko panghan
Ko panghan ist die party-insel thailands schlechthin, denn sie existiert quasi nur bei nacht. Legendaer ist die allmonatliche full-moon-party am strand– inzwischen auch deshalb, weil sie zu konstanten sterberaten unter thailands touristen beitraegt. Drogen, alkohol, hoerstuerze, spontane tauchgaenge und kleine massenpaniken vertraegt halt nich jeder. Da die full-moon-party, die natur hat es so gewollt, nur einmal im monat stattfinden kann, haben sich die thais was einfallen lassen, wie man auch an den uebrigen tagen im monat den partysuechtigen touris das geld aus der tasche ziehen kann. So gibt es auch halfmoon-, shivamoon-, bluemoon- , sunsetmoon und honeymoon-partys. Wir hatten das glueck, an einer halfmoon-party teilzuhaben, die wie der mond selbst, letztlich auch nur ein halber spass war, und das ist schon reichlich uebertrieben. Die party war mitten im jungle, wo wir fuer viel geld hin fuhren, viel eintritt bezahlten, um dann den ganzen abend angeekelt inmitten eines pulks ravender, mit allen moeglichen zeug vollgepumpter, schwitzender, postpubertierender englaender zu stehen. Hin und wieder interessierte sich auch mal ein thai fuer uns, zumindest wenn wir gefragt wurden, ob wir denn “etwas” haben wollen… wollten wir natuerlich nicht. Auch wenn jeder von spricht, halfmoon-, fullmoon- und sonstige mondpartys sind fuer uns absolute donts. Die folgenden tage bevorzugten wir dann auch wieder die sonne, und die laesst sich am nordoestlichen strand auch sehr schoen geniessen (an dieser stelle viele gruesse an lotte und mark aus Holland….).

Ko tao
Ko tao klingt nach einer asiatischen kampfsportkunst, ist dann aber letztlich der inbegrriff fuer tauchen in Thailand. Zwar haben wir es mit der unterwasserwelt nicht so, aber wir hofften, dass eine insel, bei der alle touris am tag abtauchen, uns zumindest halbwegs leere straende beschert, und im grunde war es auch so. Zu ko tao laesst sich auch nicht weiter wirklich viel sagen, ausser dass die thai-massage hier die landesweit beste ist, die sonnenuntergaenge ein bizarres farbenspiel darstellt und die happy hour keinesfalls ausgelassen werden sollte – tja, und das spricht ja auch schon fuer sich….

Ko samui
Da ko samui nur ein zwischenaufenthalt auf der weiterfahrt in den osten thailands war, waehlten wir uns fuer die eine nacht chaweng, das party-mekka deutscher pauschal- und sextouristen schlechthin. Der ortskern erscheint des nachts als eine mischung von reeperbahn, Moulin rouge, las vegas und phantasialand. Dort trafen wir dann klaus und dieter aus Pforzheim mit ihren thai-braeuten, die keinen namen haben, weil sie eh austauschbar sind, und wenn doch Chantal und Natalie heissen. Oder Kevin und mandy aus dreschden, die sich fuer ihre honeymoon eine suite im adventure-resort ko samuis buchten, neben Helga und karlheinz als doberlug-kirchheim, mit denen sie bei einem gemeinsamen paerchenabend schon mal testeten, was hier sexuell so moeglich ist…. Fuer die, die einfach nur am strand abhaengen wollen, wird da ein mobiler zoo aufgebaut mit fotografiewilligen affen, schlangen und leguanen (nun kennt auch Kristin den unterschied zwischen ghekkos und leguanen). Wir muessen wohl sehr einsam ausgesehen haben, denn ein ca. 8jaehriger junge machte mir vor versammelter mannschaft ganz unvermittelt einen heiratsantrag, indem er mir eine kette um den hals hing und mir einen dicken schmatzer auf die wange drueckte. Die annahme seines unmoralischen angebots haette mich nur 20 baht gekostet. Da ich aber jegliche form postkolonialer sklaverei und paedasterie ablehne, und eine kette nun mal kein ring ist, gab ich ihm einen korb, woraufhin er flennend von dannen zog … Vom chaotischen nachtleben in chaweng abgeschreckt, entschieden wir uns schliesslich fuer das einzig stilvolle in diesem ort, naemlich einem jazz-konzert im plaetschernden springbrunnenambiente eines nobelhotels mit ice tea, aber ohne long island, denn davon hatten wir in jeder hinsicht genug!

Ko samet
Ko samet liegt ganz auf der anderen seite des thailaendischen golfs, und um diese noch in unsere reiseroute mit aufzunehmen, flogen wir von ko samui nach pattaya, in den osten thailands. Die erste ueberraschung des gestrigen tages lag darin, dass der flughafen in ko samui umgezogen ist, ohne dies den einheimischen taxifahrern mitzuteilen. Bangkok airways reagierte aber ganz flexibel und sponsorte uns eine freie bimmelbahnfahrt zum neugebauten businessloungeopenairterminal.... der flughafen in pattaya liegt dagegen auf einem militaergelaende in the middle of nowhere. All die lustmolche, die mit uns im flugzeug sassen und auf ko samui noch nicht genug bekommen haben, stiegen gleich in ein sammeltaxi nach pattaya, der sex-hochburg thailands und eine stunde noerdlich vom flughafen gelegen. Wir wollten aber in den sueden nach ban phe, dem hafen, von dem aus wir nach ko samet weiterreisen wollten. Das Taximonopol-unternehmen wollte fuer die ca. 1stuendige fahrt dahin 1300 baht haben, was wir rigeros verweigerten. Als wir drohten zu trampen, fuhren sie uns schliesslich fuer 50 baht zum naechst gelegenen markt, an dem irgendwann mal irgendein bus halten sollte letztlich funktionierte dieser do-it-yourself-roadtrip ganz gut und wir hangelten uns fuer wenig geld von ort zu ort. Fast sah es so aus, als wuerden wir nun nach dem staendigen backpacker-pulk-reisen endlich etwas von der urspruenglichkeit des lands mitbekommen, doch die ankunft auf ko samet war wieder ziemlich ernuechternd: ein seltsames touri-gemisch aus thailaendischen grossfamilien, russischen grossunternehmern, japanischen paerchen und natuerlich briten und deutschen; ein nationalpark, fuer den wir zwar eintritt bezahlen mussten, in dem aber mehr bunte schiessbuden als gruene baeume stehen, voellig ueberteuerte bungalowpreise und ein meer, das so rauh ist wie die mentalitaet der einheimischen thais. Wir tragens mit fassung und fluechten die letzten tage vor Bangkok nochmal in unser eigenes nichstu-relax-delirium…